Segesta und Calatafimi

17./18.06.2016

bei Calatafimi

Blick auf die Landschaft um Calatafimi

Der erste Tag auf dem Rad. Lange bergauf, vorbei an Monreale (ohne Stop, weil abseits vom Weg gelegen), hintunter zum Meer, am Ende wieder ein nicht enden wollender Anstieg. Irgendwo, in der Mitte, zwischen Segesta und Calatafimi sollte die Unterkunft liegen: Villa del Bosco. Segesta lag irgendwo rechts der Straße. Danach kam nichts mehr, bis ich vor einer Baustelle stand: jemand baute sich dort eine Locanda. Er kannte die Adresse nicht, wohl aber den angegebenen „Stadtteil“. Dorthin bracvhte er mich mit seinem Kleintransporter, setzte mich vor einer Fabrik mitten in dier Landschaft ab und weg war er. Keine Menschenseele zu sehen und zu hören. Im einzigen Haus neben der toten Fabrik machte ich Lebenszeichen aus, klopfte an und stand im Büro einer Würstl-Fabrik, besser einer Fabrik, die die Haut für Würstl herstellt. Würstl ist ein typisch italienisches Wort und meint, was es dem Deutschen verspricht. Die Leute waren nett und haben telefoniert. Ergebnis, ich sollte noch weiter nach Calatafimi fahren, mich zur caserna dei carabnieri durchfragen. Dort würde ich abgeholt. Danach ging es weiter aufwärts. Irgendwann wirklich eine Stadt und dort Suche nach den Carabinieri. Freundliche Menschen: „noch 200 Meter“. Nach 200 Metern eine Ecke, erneute Auskunft (weitere 200 Meter) und am Ende noch einmal. Schließlich stand ich vor dem lezten Haus von Calatfimi, klingelte wurde eingelassen, die Polizisten waren freundlich, telefonierten wieder, nachdem ich mich mit dem „Perso“ ausgewiesen hatte. Ergebnis: ich solle warten, vor dem Tor der „Kaserne“. Dort würde ich abgeholt, mit einem Motorrad. Das konnte spannend werden. Dann kamen wirklich zwei auf dem Motorrad. Der eine setzte sich auf mein Rad, ich setzte mich auf den Rücksitz des Motorrads hinter dem anderen und klammerte mich gut fest. Dann ging es über einen ausgewaschenen Schotter- und Sandweg ins Gelände. Ankunft in der Villa del Bosco. Gemeinsames (und gutes!) Abendessen mit mit sehr netten Menschen und guten Gesprächen (auf Französisch, englisch und italienisch). Ich beschloss einen Tag zu bleiben und mit dem Bus wieder an den Fuß des langen und steilen Hügels zu fahren, wo ich den Tempel von Segesta nicht(!) gesehen hatte. Es ist ein wunderbarer Tag geworden. Zur Bushaltestelle am Morgen wieder mit dem Motorrad, am Abend zurück mit Spürnase und Kühnheit zurück in die Einsamkeit. Gelungen. Die Villa del Bosco ist zu empfehlen. Herrlich gelegen, weiter Blick über das Land (Foto oben!) und sehr nette Gastgeber.


Die Landschaft um den Tempel von Segesta mit und ohne die Autobahn, der Tempel und das Theater:
Landschaft Segesta_02
Segesta Landschaft mit autobahn
Segesta Blick auf den Tempel
Segesta Die Säulen des Tempels

Segesta Theater

Segesta: das Theater


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