Cruz-de-hierro-Villafranca

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La Cruz de Hierro
In Höhenmetern der Höhepunkt (1493 m) des Camino und überhaupt ein Höhepunkt.
Ich hatte mir in Santiago ein Buch gekauft. Almudena Grandes: El lector de Julio Vernes (deutsch: Der Feind meines Vaters). So was wie ein Bildungsroman, ein wunderbarer. Zwischen dem zu Beginn neunjährigen Sohn eines frankistischen Polizisten und einem Mann, den er in den andalusischen Bergen kennen lernt, entwickelt sich eine Freundschaft. Dieser Mann ist für den Jungen und die Menschen im Dorf zunächst nur „El Portugués“; Er scheint zwischen der Garnison im kleinen Heimatdorf und den widerständischen Menschen im Gebirge zu stehen, verkehrt mit allen. In Wirklichkeit ist er Repräsentant der kommunistischen Partei. Über die Freundschaft mit ihm und einer alten Frau in einem abgelegenen Gehöft „oben“ kommt der Junge aus der Polizei-Kaserne im Dorf „unten“ zum Lesen, begeistert sich für die Romane von Jules Verne.
Es gab nach dem Ende des Bürgerkriegs und dem Sieg der Faschisten bis 1949 in den Bergen Südspaniens eine Guerilla, die vom Regime brutal bekämpft wurde. Wenn die Guardia Civil eines der Männer habhaft wurde, hat sie in verhört, möglicherweise gefoltert, dann entlassen und hinterrücks erschossen. Diese Auseinandersetzung bildet ist den Hintergrund der Geschichte. Nach der Rückkehr erfuhr ich, dass auch in den Bergen Nordspaniens, in Asturien, Kalabrien, Leon und Galizien der Krieg mit dem Sieg Francos nicht zu Ende war. Die Kommunistische Partei änderte 1949 ihre Strategie, die Guerilla wurde als „Fehler“ eingeschätzt und beendetet. Viele Kämpfer gelangten dann über die französische Grenze ins Exil und lebten dort bis zum Ende der Diktatur nach dem Tod Francos.
Das Auge des Pilgers und des Touristen sieht nur die Schönheit dieser Berge. Nichts weist ihn auf die blutige Vergangenheit hin. Unter den Einheimischen ist sie gewiss präsent. Es wäre spannend noch einmal hinzufahren und nach Spuren zu suchen.

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Acebo Dorf am Weg

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Molinasecawieder im Tal

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Ponferrada
Templer-Burg und eine erstaunliche Begegnung im Café auf dem zentralen Platz. Mutter und Tochter, Spanierinnen, sprechen bestes Switzerdütsch, die Tochter ist in Zürich groß geworden. Mein Kaffee wurde mir gestiftet. Danke!

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Villafranca
Schöner Ort zum Übernachten. Nicht in der Albergue, sondern im kleinen Hotel. Ein wenig Luxus.

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